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Dienstag, 02 August 2022

Die kleine Kräuterapotheke

Die kleine Kräuterapotheke von Rita von Unterrichter

Das Wissen um die Heilkräfte der Kräuter ist sehr alt. Neben der Bibel handeln auch die ersten gedruckten Bücher davon. Meine Gäste sind immer wieder fasziniert, wenn ich ihnen von den vielen Anwendungen der Kräuter aus meinen Hausgarten erzähle. Auch die moderne Schulmedizin kommt nicht umhin, immer wieder auf die Hauskräuter zurückzugreifen und es erstaunt, welche große heilende Kraft diese einfachen Mittel entwickeln.

Es ranken sich auch viele Mythen und Traditionen um die Blumen und Kräuter aus dem Bauerngarten. In unserer Kultur spielen sie für die Gesundheit von Mensch und Tier eine besondere Rolle. Neben deren Heilkraft sind in Tirol auch Brauchtum und Tradition eng mit dem Bauerngarten verbunden. So werden beispielsweise am 15. August zu Mariä Himmelfahrt die „Kräuterbuschen“ zur Weihe in die Kirche gebracht. Die Zahl der Kräuter für den Kräuterbuschn variiert je nach Gegend. Auf alle Fälle sollte es eine symbolische oder eine heilige Zahl sein. Drei Kräuter stehen für die Dreifaltigkeit, sieben Kräuter für die sieben Sakramente und zwölf Kräuter für die Anzahl der Apostel. Auch die Vervielfältigung dieser heiligen Zahlen sind heute noch überliefert, z.B. gehört vielerorts in einem Kräuterbuschen drei mal drei, also neun besondere Kräuter. Meist werden sieben Wildkräuter hineingebunden. Beliebt sind die Königskerze, Johanneskraut, Rainfarn, Eberraute, Frauenmantel, Beifuß, Schafgarbe. Heutzutage wird der Kräuterbuschen zusätzlich mit Blumen und Kräutern aus dem Garten verschönert, z.B. mit Ringelblume, Rosen und Haselnussblätter. Nach der Weihe in der Kirche wird der kunstvoll gebundene Strauß getrocknet und im Herrgottswinkel der Stube für ein Jahr aufbewahrt, was Glück und Segen, Gesundheit für Mensch und Vieh bringen, und Unheil fernhalten soll. Fein zerriebene Blätter werden dem kranken Vieh ins Futter gegeben, um so den Segen der Kirche auch auf das Vieh zu übertragen.

Ein altes Sprichwort sagt: „Für alles ist ein Kraut gewachsen“. Davon bin ich überzeugt und deshalb ist der Kräuterbuschen für mich wie eine kleine Hausapotheke.

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